DiveBase U-96
Tauchen rund um den Attersee … und einiges mehr
Heizwesten für Taucher
Verfasst von - 28. November 2011
Da der Winter nicht mehr fern ist und die Wassertemperaturen kälter werden, möchte ich euch einen Überblick über die aktuell erwerbbaren Heizwesten für Taucher geben.
- Santi Heizweste (Santi)
- BTS Heizweste (BTS Europe)
- Perch HU (Yellow Diving)
Natürlich gilt wie immer: Falls ihr noch andere Heizsysteme kennt und Erfahrungen damit habt – nur her damit!
SANTI Heizweste
Die Santi Heizweste besteht aus atmungsaktiven Thinsulate Material (200g) mit eingearbeiteten Heizdrähten. Dadurch wärmt die Weste schon im inaktiven Zustand. Ein weiterer Vorteil des Materials ist, dass die Feuchtigkeit abtransportiert werden kann. Somit bleibt man trocken, selbst wenn man schwitzt. Die Heizweste ist mit einem O-Ring gedichteten wasserdichten Stecker versehen. Das Gegenstück wird ebenfalls mitgeliefert, falls die Weste über eine Durchführung eines Fremdherstellers angeschlossen werden soll. Der Schrittgurt und der seitliche Klettverschluss sorgt für eine perfekte Passform.
Heizweste aus atmungsaktiven Thinsulate Material 200g- wärmt schon im inaktiven Zustand
- 60 Watt
- Heizkabeltemperatur max. 40° C
- Heizdauer 1,5 – 2,0 Stunden bei 10 Ah
Heizdauer 3,0 – 4,0 Stunden bei 20 Ah
Eine Besonderheit von Santi ist der beheizbare Unterzieher Heatet Extreme 400. Ein 400g Thinsulate Unterzieher in dem Heizdrähte wie bei der Weste eingearbeitet sind. Die Heizleistung beträgt 120 Watt.
- 120 Watt
- Heizdauer 1,0 Stunden bei 10 Ah
Heizdauer 2,0 Stunden bei 20 Ah - Atmungsaktiv
- wärmt schon im inaktiven Zustand
- wärmt den gesamten Körper
- wasserdichtem Stecker, kompatibel mit anderen Santi Produkten
- P-Ventil-Löcher auf beiden Beinen
- Napoleontasche
- Zwei-Wege-Reißverschluss mit einer Klappe geschützt
- Hosenträger
Passend zur Heizweste hat Santi auch zwei Anzugdurchführungen im Programm. Zum einen das Thermovalve. Ein “All in One” Ventil. Das Einlassventil und die Kabeldurchführung für die Heizung ist in einem Guss verbaut. Auch hier wird das Gegenstück des Inneren Steckers mitgeliefert, falls man die Durchführung mit Heizwesten anderer Hersteller benutzen will.
Thermoventil- Ventil mit integriertem Heizungsanschluß
- Apeks Kompatibel
- Standard E/A Cord
- Wasserdichter innerer Stecker mit O-Ring gedichtet
- flache Bauart von 22mm
- Material Delrin
- Edelstahlmechanik
- seitl. Luftauslässe im inneren Deckel, damit die Luftverteilung gleichmäßig in allen Richtungen erfolgt
Als Alternative dazu gibt es noch den Drysuit Connector von Santi. Dieser wird einfach zwischen das vorhandene Einlassventil und Trockenanzug geschraubt. Voraussetzung dafür ist, dass es sich um ein Apeks-Ventil oder baugleich handelt.
Beziehen könnt ihr die Santi Heizweste unter anderem bei DIR-X dive equipment
BTS Heizweste
Die BTS Heizweste besteht aus Neopren und heizt mit Polymerheizplatten. Die geringe Leistungsaufnahme der Heizplatten von 25 Watt erweitert die Akkulaufzeit deutlich. Der Nachteil dieser Weste ist, dass man darunter schwitzt und durch das Neopren die Feuchtigkeit nicht nach Außen abgegeben werden kann. Dafür kann diese Heizweste lt. Herstellerangaben auch unter Nasstauchanzügen verwendet werden, da das System komplett gedichtet ist.
Leistung: ca. 25 Watt / 12 Volt – Hoher Wirkungsgrad- Polymer Heizplatten (wasserresistent)
- Alle Teile druckfest, gas- und wasserdicht
- Heiztemperatur max. 42° C
- Material Weste: Neopren
- innenseitig Fischer Stecker
Auch BTS Europe hat eine Anzugdurchführung im Programm. Diese kann mit allen Apeks oder SiTec Einlassventilen verwendet werden. Innenseitig wird die Heizweste mittels Fischer Stecker verbunden. An der Außenseite befindet sich ein E/O Cord.
Beziehen könnt ihr die BTS Heizweste unter anderem bei Deepstop.
PERCH HU
Von Yellow Diving gibt es das Heizhemd Perch HU. In der Funktionsunterwäsche sind Heizkabel eingearbeitet. Das Material des Heizhemdes ist Geruchshemmend. Es kann mit üblichen Waschmitteln für Thermowäsche gewaschen werden. Bei der Verwendung des PERCH H10 Akkus können Zeiten von 240 Minuten (Stufe 1) und 130 Minuten (Stufe 2) erreicht werden.
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Yellow Diving bietet ebenfalls eine Durchführung als Zwischenstecklösung für das Einlassventil an welches kompatibel zu Apeks und SiTec ist. Außerdem seit kurzem auch ein Kombiventil welches dem von Santi sehr ähnelt.
Einmal etwas tiefer beim Ofen
Verfasst von - 27. November 2011
Heute haben Volker und ich seit längerem wieder einen etwas tieferen Tauchgang ohne Scooter geplant. Der letzte ist doch schon über einen Monat her (Haven).
Wir tauchen kurz nach 11:00 Uhr beim Tauchplatz Ofen ab. Zu diesem Zeitpunkt sind wir alleine am Einstieg. Wir erfreuen uns an der Ruhe unserer Kreislaufgeräte und genießen den Tauchgang. Bei 21m setzte ich meine Boje und nach ca. 60 Minuten kehren wir um. Bevor wir den Einstieg erreichen macht sich ein immer lauter werdendes Blubbern bemerkbar. Kurz darauf entdecken wir den Grund: 4 OC-Taucher mit D12 sind mittlerweile auch am Ofen unterwegs und wollen zum Ausstieg.
Die Reste vom Halloweentauchgang entfernen
Verfasst von - 26. November 2011
Heute tauchen Volker und ich bei den Hinkelsteinen, um die Unterwasserreste unseres Halloweentauchgangs zu entfernen. Wir haben unsere Scooter dabei und genießen vorher noch die Felslandschaft hinter den Hinkelsteinen.
Bevor wir umkehren wird die Sicht verdammt übel – ca. 0,5m – Ich vermute, dass wir möglicherweise schon an der Einmündung des Weißenbachs sind.
Am Rückweg sammeln wir bei den Hinkelsteinen unsere Knicklichter vom Halloweentauchgang ein, alle haben wir allerdings nicht gefunden. Der Kürbis hat mittlerweile deutlich an Volumen verloren. Wir lassen ihn aber noch eine Weile liegen, immerhin ist es ja ein Naturprodukt!
He/O2 Analyser
Verfasst von - 20. November 2011
Ein He/O2 Analyser ist ein nützliches Instrument beim Gasmischen, um seine Ergebnisse zu überprüfen und außerdem die Grundlage zum auftoppen von bestehenden Restgasgemischen.
Wir haben mittlerweile drei verschiedene Trimix-Analyser. Jeder von uns hat sich im Laufe der Zeit einen zugelegt. Alle drei sind im Einsatz.
Ich habe mir den Analox ATA Analyser im Jänner 2007 zugelegt, als ich mit dem Trimix mischen begonnen habe. Kurt hat ihn sich auch noch im selben Jahr gekauft. Damals war es einer der wenigen Analyser am Markt der Helium UND O2 gleichzeitig messen konnte. Die Elektronik und die Sensoren sind in einem Pelicase wassergeschützt untergebracht. Das hintergrundbeleuchtete Display zeigt wahlweise den Gehalt an O2, He oder Restgas (Stickstoff) an. Angeschlossen wird das Gerät über den mitgelieferten Schlauch mit Durchflussbegrenzer an einem beliebigen Inflatorschlauch.
Das Gerät ist sehr robust gebaut und hat bei uns schon einiges erlebt. Ich verwende dieses Gerät immer wieder gerne, wobei ich mich in letzter Zeit immer öfters ertappe, wie ich zum Gerät von DiveSoft greife!
Richtpreis: 892 € (Lucasdivestore, Dive-Gear)
(499-600 Pfund)
Christoph hat den MixCheck Analyser von Teledyne AI. Dieser arbeitet ähnlich wie der Analox und misst O2 und He gleichzeitig. Der Vorteil dieses Gerätes ist, dass er beide Messergebnisse gleichzeitig anzeigen kann. Das Gerät ist ebenfalls in einem Wasserdichten Behälter untergebracht, welcher aber zum Bedienen des Gerätes geöffnet werden muss, also im betriebsbereitem Zustand nicht ganz so gut wassergeschützt ist.
Richtpreis: ab 785 € (Deepstop)
Unser jüngstes Gerät kommt von Volker. Er hat den Divesoft He/O2 Analyser. Das besondere an diesem Gerät ist, dass es den Heliumgehalt über Ultraschall ermittelt. Dies bedeuten, dass kein Heliumsensor benötigt wird. Sicher eine interessante alternative, aber auf Grund der Lebensdauer eines Heliumsensors von bis zu 10 Jahren nicht unbedingt eine finanzielle Entscheidungshilfe. Das OLED-Display ist natürlich ideal zum Ablesen in jeder Situation. Die Abmessungen des Gerätes lassen es sehr kompakt wirken. Außerdem bietet das Gerät als einziges eine Schnittstelle zum Auslesen der Daten.
Bei uns wird mittlerweile sehr gerne damit gemessen. ![]()
Richtpreis: ab 729 € Set mit Koffer (Divesoft, Dir-X, Deepstop)
Beim Analysieren unserer Gase prüfen wir oft quer durch die Bank mit unseren Geräten. Nach einer sauberen Kalibrierung zeigen alle unsere Geräte auf ±0,2% den gleichen Gasgehalt bei O2 und He an. Wobei ich die Kalibrierung betonen möchte. Ohne vernünftige Kalibrierung wird jedes Gerät ungenaue Ergebnisse liefern.
Folgend noch die technischen Daten übersichtlich in einer Tabelle:![]()
Es gibt mittlerweile noch mehr Analyser, die He und O2 prüfen. Folgend eine Aufzählung von diesen Geräten. Ich persönlich habe damit noch keine Erfahrungen gesammelt:
- TruMix 4001 Trimix Analyzer (DiveRiteExpress)
- DE-OX SUB Helium-Oxygenanalyser (MaVoTec)
- Heliumizer
- …
Wer mit den oben genannten, oder mir unbekannten Analysern (O2+He) Erfahrungen hat, ist herzlich eingeladen diese in meinem Blog zu posten.
Für reine Sauerstoffanalyser hat Constantin auf seinem Blog einen Bericht verfasst.
Ein undichtes GolemGear Shrimp
Verfasst von - 12. November 2011
Heute habe ich einen Tauchgangsabbruch wegen einem undichten BOV (GolemGear Shrimp).
Kurz nach dem Abtauchen – beim Bubble Check – kommen Gasblasen aus dem Blasenabweiser der 2. Stufe (BOV), obwohl ich im CCR-Modus bin. Ich verliere Gas vom Kreislauf über die OC-Stufe des BOV. Außerdem höre ich bei “Kopf unten” Position ein zischen. Es spricht die 2. Stufe vom GolemGear Shrimp an und drückt Gas aus der OC Stufe in den Loop. Es kommen auch Gasblasen aus der 2. Stufe, als ich diese vom Diluent trenne.
Nach einem kurzen Check an der Wasseroberfläche kann ich den Fehler nicht finden. Das heißt für mich “Tauchgangsabbruch” – Volker muss heute ohne mich abtauchen.
Ich habe nachher das BOV zerlegt. Nach dem Entfernen der Flatterventile habe ich die Ursache lokalisiert. Eine Dichtung ist etwas heraus gerutscht und so ist der OC und der CCR Kreislauf voneinander unzureichend abgeschottet gewesen. Beim Dichtheitstest (Unter- und Überdrucktest) hat sich das
nicht bemerkbar gemacht. Das BOV auseinander genommen, die Dichtungen eingeschmiert und neu verlegt – und schon funktioniert das BOV wieder.
Ich vermute den Grund für den Zwischenfall gefunden zu haben:
Nach dem letzten Tauchgang habe ich den Hebel vom Mundstück in der Stellung halb OC – halb CCR gestellt und ca. 2 Wochen gelagert. Ich vermute, dass ein Teil der Dichtung keinen Widerstand hatte und sich so etwas ausdehnen konnte. Beim Vorbereiten zum nächsten Tauchgang – als ich das BOV ganz geschlossen habe – ist mir die Dichtung vermutlich ein Stückchen herausgerutscht.
In Zukunft werde ich mein BOV immer offen ODER geschlossen lagern – aber nicht mehr in einer halb offenen/geschlossenen Position!
DAN Professional Partner
Verfasst von - 12. November 2011
Seit kurzem haben wir uns bei DAN zum “DAN Professional Partner” Programm angemeldet.
Als ambitionierte Tec-Taucher besitzen wir alle eine DAN-Versicherung. Speziell im technischen Tauchen finden wir DAN unschlagbar in den Versicherungsleistungen die weltweit Gültigkeit haben. Auch ist DAN eine noProfit Organisation, die viel in die Forschung investiert.
Christoph ist DAN-Instructor und kann auf Wunsch diverse Kurse von DAN durchführen (Kursprogramm).
Wenn ihr eine DAN-Versicherung erwerben oder verlängern wollt, könnt ihr uns unterstützen, indem ihr dies über obigen Link (Logo) macht.
Dieses Logo findet ihr ab sofort auf unserer Blogseite (rechts oben).
Dabei bekommen wir ein paar Bonuspunkte für den DAN-Shop gutgeschrieben.
Halloweentauchen 2011
Verfasst von - 31. Oktober 2011
Heute treffen wir uns, um einen Nachttauchgang an Halloween durchzuführen. Natürlich darf da ein geschnitzter Kürbis nicht fehlen. Elisabeth war so nett uns einen zu schnitzen.
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Als Vorbereitung für das Event stürzen sich Kurt und ich gegen 16:00 Uhr bei den Hinkelsteinen in den See, um unseren von Elisabeth vorbereiteten Schnitzkürbis bei den Hinkelsteinen zu positionieren. Dabei entstehen ein paar nette Fotos, da es noch nicht ganz dunkel ist.
Um 17:30 treffen die anderen Taucher und Nichttaucher ein – insgesamt sind wir 10 Leute, davon 5 Taucher. Auch Elisabeth und Wolfgang gesellen sich kurzfristig zu uns – wenn auch nur zum Glühmost trinken. ![]()
Einer der Taucher ist Christian, der als einziger mit seinem Halbtrockenanzug anreist. Chris, es wird eindeutig Zeit das Loch in deinem Trocki zu finden und zu flicken und auch die Halsmanschette zu erneuern (@Volker!). Aber die Wassertemperaturen bei diesem Tauchgang liegen noch zwischen 7° – und 13° Celsius.
Der Nachttauchgang hat eine ganz eigene Atmosphäre mit dem beleuchteten Kürbis und den grün schimmernden Knicklichtern.
Nach dem Tauchgang haben die Nichttaucher (Elisabeth, Isabella, Christine, Elisabeth u. Wolfgang) schon den vorbereiteten Glühmost parat und schenken den Rest, den sie nicht getrunken haben, an die Taucher (Kurt, Christoph, Christian, Michael u. …) aus.
Danach geht es ab in unsere Basis, wo es eine leckere Verköstigung mit Kürbiscremsuppe und anschließendem Kürbiskuchen mit Kaffee gibt.
Ich möchte mich bei allen Gästen bedanken.
Besonders an Elisabeth und an Isabella für die Bereitstellung der leckeren Kuchen.
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PS: In 14 Tagen gibt es einen AfterPartyTauchgang, um unsere Habseligkeiten wieder aus dem Wasser zu entfernen.
Das Autowrack in Burgau
Verfasst von - 31. Oktober 2011
2011: „Amoco Milford HAVEN“
Verfasst von - 24. Oktober 2011
DER VORABEND
Volker, Christoph und ich treffen uns am Donnerstag Abend in unserer Basis am Attersee. Volker füllt noch seine Stages, anschließend verbringen wir einen gemütlichen Abend bei ein paar Gläschen Rotwein. Als sich Christoph und Volker am späten Abend dann auf das Thema Server, Cluster & Co. einschießen, kann ich der Unterhaltung nur mehr eingeschränkt folgen! 😉
DIE ANREISE
Am nächsten Tag heißt es früh aufstehen. Um 7:00 Uhr läutet mein Wecker. Ein schneller Kaffee, dann beladen wir die Fahrzeuge. Dies dauert dann doch eine knappe Stunde, und so kommen wir erst gegen 8:30 Uhr vom See weg.
Die Anreise verläuft ohne größere Zwischenfälle. Bei “Salzburg Nord” wird ein über 4-8 km langer Stau gemeldet – glücklicherweise in die andere Richtung. Am Brenner findet sich auch der erste Schnee ein, wir sind immerhin in über 1.200 m Höhe.
Nach 8 Stunden Autofahrt treffen wir um 16:30 Uhr in Arenzano ein und fahren direkt zur Tauchbasis Haven Diving Center im Hafen von Arenzano. Pippo und seine Frau erwarten uns schon. Nach einer herzlichen Begrüßung entladen und verstauen wir unsere Ausrüstung. Die Parkzone am Hafen ist für 30 Minuten kostenfrei, danach sind Gebühren fällig – wir schaffen es in 32 Minuten unsere Ausrüstung zu entladen und bezahlen brav 0,50 € am Automaten.
Anschließend fahren wir in das Hotel Riviera, eine nahegelegene Unterkunft mit Parkplatz, in Fußreichweite zum Hafen und Internet – wobei letzteres etwas mangelhaft war. Die Qualität und der Preis der Zimmer sind in Ordnung und auch das Frühstück ist für italienische Verhältnisse ok – aber nicht mit Frühstück in Österreich vergleichbar.
Danach folgt eine kurze Besichtigung des Stadtkerns. Auf Grund der noch frühen Uhrzeit – es ist gerade 18:00 Uhr – sind die Lokale noch nicht geöffnet. Diese sperren meist erst gegen 19:00 Uhr auf.
Also landen wir in Enzo’s Cafe – einer Cocktailbar und bestellen Rotwein und Bier. Dazu wird uns so viel zum Knabbern aufgetischt (Oliven, Schinken-, Salami- und Tomatenbrötchen sowie Popcorn und Chips), dass wir nach ein paar Gläschen keinen Hunger mehr hatten!
Um einiges später gehen wir satt getrunken in unser Hotel und freuen uns schon auf den Tauchgang am nächsten Tag.
DAS WRACK
Superöltanker “Amoco Milford Haven”
Flagge:
Zypern
Schiffstyp: Superöltanker für Rohöl-Transport
Klasse: VLCC-Klasse
Baujahr: 1973
Eigner: Troodos Shipping
Bauwerft: Astilleros Espanoles S.A. (Cadiz, Spanien)
Schiffsmaße und Besatzung
Länge: 334,02 m (Lüa)
Breite: 51,06 m
Tiefgang: max. 19,80 m
Besatzung: 36
Geschwindigkeit: max. 15 kn (28 km/h)
Tragfähigkeit: 233.690 tdw
Fracht: 140.000 Tonnen Öl
Unfall
Verbleib: nach Explosion am 14. April 1991 um 10:05 Uhr gesunken
Ursache: Brand an Bord
Todesopfer: 5
Lage: Arenzano (Genua) Italien, 1,2 Meilen vor der Küste
Tiefe: 33 m – 80 m
Koordinaten: 44° 22’ 48” N, 08° 41’ 00” E
TAUCHGANG 1
Unsere heutige Tauchausfahrt ist für 15:00 Uhr angesetzt. Wir sind die dritte Ausfahrt des Tages. Zuvor fährt Pippo mit einer 20-köpfigen Gruppe Franzosen zum Wrack, die unsere Runtime nicht aussitzen wollen.
Einstieg: 23.10.2011 15:58 Uhr
Wassertemp: 20°C – 15°C
Welle: ca. 50cm
Buddy’s: Volker, Christoph
verw. Gase: Tx15/55 (Diluent)
Etwas verspätet gegen 15:30 Uhr laufen wir aus. Der Wellengang ist mittelmäßig aber deutlich spürbar. Kurz vor 16:00 Uhr tauchen Volker, Christoph und ich ab. Die Sicht ist nicht so gut wie erhofft, Strömung ist keine vorhanden. Wir tauchen das Wrack wie zuvor besprochen von außen ab. Zuerst zum Oberdeck, dann vor zur Abbruchkante am Bug. Dort tauchen wir ca. 3 Schotts weit im mittleren Tank hinein. Wir finden eine
Leine, die weiter Richtung Heck führt. Sie ist ziemlich lose und hängt stark durch. Am 3. Schott läuft sie fast senkrecht nach unten. Das Durchtauchen der Tanks ist aber für einen späteren Tauchgang geplant. Wir kehren um und scootern am Oberdeck Richtung Heck.
Wir besichtigen die Deckaufbauten, machen einen Abstecher zum Kamin und schauen uns im Kapitänsdeck um. Kaum zu glauben, aber schon ist die Grundzeit von 60 Minuten erreicht und wir beginnen mit dem Aufstieg. Dieser dauert mit der Dekompression etwa 100 Minuten.
Beim 9m Stopp begegnen uns Taucher von einem anderen Boot die gerade zum Wrack abtauchen … und beim 3m Stop tauchten sie wieder an uns vorbei auf! Tja, wir haben wohl doch eine etwas längere Runtime!
Nach 160 Minuten verlassen wir das Wasser und steigen ins Boot. Mit 3 Stages und Scooter ist das bei Wellengang nicht mehr ganz so einfach wie am See.
Bei der Nachbereitung unserer Ausrüstung in der Basis teilt uns Pippo mit, dass sich die Wetterverhältnisse täglich verschlechtern werden. Laut Wetterbericht soll der Wellengang bis Mittwoch kontinuierlich auf 3m ansteigen.
Am Abend fallen wir ziemlich Hungrig ins nächstbeste Lokal neben unserem Hotel – “Ristorante Pizzeria Mustafa”. Wir bestellen uns Pizzen. Bei der Schlichtheit der Pizzen kommen uns allerdings Zweifel, ob Mustafa ein echter Italiener ist!
TAUCHGANG 2
Wir stehen wie vereinbart um 13:30 bereit zur Abfahrt. Pippo zeigt uns zuvor noch den Wetterbericht, der die Tendenz von gestern leider bestätigt. Wir beschließen eine Runtime von 180 Minuten und packen noch die Schraube in unsere Sightseeingtour. Diese war erst für morgen geplant, aber ob da noch tauchen möglich ist, ist fraglich.
Paolo kommt mit seiner Tochter auch an Board. Sie tauchen OC mit einer kürzeren Runtime und möchten die Sonnenstrahlen genießen während sie auf uns warten.
Einstieg: 22.10.2011 14:14 Uhr
Wassertemp: 20°C – 14°C
Welle: ca. 70cm
Buddy’s: Volker, Christoph
verw. Gase: Tx15/55 (Diluent)
Wir tauchen ab, machen auf 34m am Dach einen kurzen Check und dann geht es direkt auf 80m zur Schiffsschraube. Die Sicht ist dort etwas besser als ich erwartet hatte. Ich kannte die Schiffsschraube bisher nur vom Ertasten – heute habe ich sie das erste mal “gesehen”! Dafür gibt es am Grund eine leichte Strömung.
Im Anschluss steigen wir linker Hand etwas auf, um gleich darauf im Explosionsloch zu verschwinden. Wir tauchen im inneren ein wenig umher, bevor wir wieder zurück zum Oberdeck auf ca. 56m kommen.
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Danach tauchen wir noch einmal ab in den Maschinenraum. Auch hier können wir eine senkrechte Leine entdecken, die am Grund auf knapp. 70m waagrecht im nichts verschwindet.
Da sich unsere Grundzeit dem Ende nähert, beschließen wir wieder aus dem Maschinenraum zu tauchen und noch etwas die Decks zu erkunden. Ich tauche ins erste Deck hinein, die Treppen hinunter zum 2. Deck und dort bei der 3. Tür wieder raus – nachdem die ersten beiden Türen zu schmal waren.
Schon ist die Grundzeit wieder zu Ende und wir beginnen unseren 115 minütigen Aufstieg.
Am Abend beschließen wir mal gut Essen zu gehen. Keine Snacks und Pizzen. Wir landen in einem typischen italienischem Restaurant und lassen es uns so richtig gut gehen.
TAUCHGANG 3+4 / ABREISE
Am nächsten Tag sind wir um 10:00 Uhr an der Basis. Pippo hat den Wetterbericht schon zur Hand. Wellen mit 100cm Höhe, morgen bis 300cm. Wir beschließen unsere Sachen zu packen und nach Hause zu fahren. Wir haben zwei schöne Tauchgänge erlebt und viel gesehen.
Gegen 13:00 Uhr verlassen wir Arenzano und treten unsere Heimreise an.
Es war ein tolles Wochenende mit zwei traumhaften Tauchgängen.
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Die Berichterstattung der Medien in den folgenden Tagen hat unsere Entscheidung abzureisen bestätigt. Es gab heftigste Unwetter in Ligurien und Umgebung.
Amoco Milford Haven – Der Trailer
Verfasst von - 25. September 2011
Als Vorgeschmack zu unserer Haven-Tour ein kurzer Videotrailer von mir.

